Diese Arbeitsserie, die auf dem Prinzip der Camera Obscura basiert, hat Edgar Lissel in einem Zeitraum von beinahe zehn Jahren entwickelt. Ein Lastkraftwagen, Wohnräume und Museumsvitrinen wurden für die verschiedenen Projekte zur Lochkamera umfunktioniert. Seit 1999 arbeitet Edgar Lissel mit Bakterien, die er, ihre fototaktischen Eigenschaften nutzend, für seine Bildproduktion einsetzt. Der lebendige Prozeß der Bildentstehung folgt biologischen Gesetzen. Licht als der Motor von Leben, wird zum Bild. Das Bild der Außenwelt fällt durch eine Linse in einen begehbaren dunklen Raum und aktiviert eine mit fluoreszierenden Farbpigmenten behandelte Leinwand. Wird der Lichteinfall nach einigen Minuten unterbrochen, flimmert das fluoreszierende Abbild - ähnlich einer Erinnerung - in den dunklen Raum zurück. Die Bilder und Filme dieser Werkgruppe entstanden in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern aus der Naturwissenschaft und der Archäologie.
Edgar Lissel jedoch verlässt schließlich die komplizierten Versuchsanordnungen und die Suche nach Erklärungen und Beweisen und sucht das Innere der Phänomene.